Westerwelle weiter im Aufwind – erneut „Projekt-18“ bei der FDP?

Prost Guido! Der FDP-Chef hat momentan allerbeste Laune nach der letzten Forsa Umfrage. Wie die wöchentliche Umfrage im Auftrag des Fernsehsenders RTL und des Magazins „Stern“ ergeben hat würde die FDP auf satte 16 Prozent der Wählerstimmen kommen. Dies wäre das beste Wahlergebnis aller Zeiten für die Liberalen. Nach dem historischen Erfolg bei der Hessen Wahl vor 2 Wochen sind die Umfrageergebnisse eine erneute Bestätigung für Guido Westerwelles Kurs.

Die Aussichten, dass keiner bei der nächsten Regierungsbildung mehr an der FDP vorbeikommt, werden somit immer besser. Bei der letzten Forsa Umfrage kam die SPD nur auf 22 Prozent und die Union musste auch etwas einbüßen und würde aktuell 35% erreichen. Forsa-Chef, Manfred Güllner hat darauf hingewiesen, das von der FDP im Wahljahr 2002 ausgegebene Wahlziel „Projekt 18“ sei „durchaus erreichbar“. Somit wären die Liberalen nach elf Jahren Oppositionbank wieder auf der Regierungsseite.

„Projekt 18“ Reloaded

Wer erinnert sich nicht an den Wahlkampf 2002, in dem der damalige Wirtschaftsminister Jürgen W. Möllemann, Westerwelle und die Partei, mit dem Wahlziel von 18 Prozent für Furore sorgten. Damals präsentierte sich jedoch die FDP schnell als eine Art Spaßpartei, geriet dabei selbstverschuldet in die Antisemitismusaffäre und landete deswegen sehr unsanft, mit gerade einmal 7,4 Prozent, erneut in der Opposition. Westerwelle will so einen erneuten Absturz in jedem Fall vermeiden, da er weiß dass ihm das seine Partei nicht verzeihen würde. Außerdem will sich Guido unbedingt seinen Traum erfüllen und als Außenminister und Vize-Kanzler in die Fußstapfen von Hans-Dietrich Genscher zu treten. Egal ob mit dem Lieblingspartner CDU/CSU an der Seite von Merkel oder auch mit Steinmeiers SPD.

Ich bin mal gespannt ob das Hoch der Liberalen bis zum Herbst anhält, momentan habe ich wirklich nichts an dem Westerwelle Kurs auszusetzen, ganz im Gegenteil. Ich finde sogar das Herr Westerwelle seit langer Zeit einer der glaubwürdigsten (wenn das ein Politiker überhaupts sein kann) Politiker ist.

6 Antworten

  1. MF sagt:

    In der Regionalpolitik spitze !
    Auf Landesebene aber viel zu „Grün“ hinter den Ohren und ohne jeden Kontakt/Beziehungen, welche bei der großen Politik (leider) immens wichtig sind.

  2. Ich verstehe. Jetzt kann ich deine Aussage besser einordnen! Wir schätzt du denn die Freien Wähler ein, die es ja sonstwo (noch?) nicht gibt??

  3. MF sagt:

    Bin eher, wie man bei uns in Bayern sagt, ein „Schwarzer“. Seit dem unwürdigen Abgang von Edmund Stoiber, der letzten wirklichen „Gallionsfigur“ der CSU, bin ich allerdings kein „eingefleischter Schwarzer“ mehr. Beckstein und Huber waren miserabel und bei Seehofer muss man mal abwarten, obwohl die „Glos-Sache“ auch hätte anders laufen müssen 🙁
    Da sucht man sich natürlich Alternativen, oder wie Du sagts „Ersatz“. Nur mal aus bayerischer Sicht betrachtet gibt es da außer gelb (leider) keine vernünftige Alternative – jedenfalls in Bayern nicht. Aber auch auf Bundesebene sehe ich die FDP mittlerweile als guten „Ersatz“ für die Union. Rein wirtschaftlich gesehen ist schwarz-gelb einfach die Ideallösung – gerade in der jetzigen und bevorstehenden Krisenzeit.

  4. Eine Gallionsfigur (zuletzt war das Gerhard Schröder) fehlt der SPD in der Tat im Moment – Steinmeier und Müntefering sind das theoretisch auch, aber die können sich irgendwie nicht gewinnbringend vermarkten, auch weil die SPD nicht aus den schlechten Nachrichten kommt (Hessen etc.).

    Deine Antwort hört sich irgendwie so an, als ob du die FDP als Ersatz zur schwachen SPD wählen könntest! Verstehe ich das richtig?

  5. MF sagt:

    Hallo Roman, soeben wurde auf n-tv über die neueste FORSA-Umfrage berichtet. Demnach kommt die FDP bereits jetzt auf 18 Prozent und hat somit seit 29. Januar nochmal um 2% zugelegt. Eigentlich bin ich mir auch sicher das es nichts wird mit 18 aber zutrauen tu ichs denen mittlerweile schon. Zumal an der FDP Spitze mit Westerwelle einer der, meiner Meinung nach, kompetentesten aller Politiker steht. Genau das ist es was der SPD momentan absolut fehlt – eine wahre Gallionsfigur. Steinmeier kommt da meiner Ansicht nach nicht hin.

  6. Also was man Westerweille und seiner FDP zu Gute halten muß, ist sicherlich, das sie in den letzten Wahlkämpfen (Bundestag 2005, Landtag Hessen) ihr Wort stets gehalten hat. Aber ansonsten bin ich persönlich rein programmatisch eher erschrocken über das Umfrageergebnis der FDP. Ich bin mir jedoch sicher, das die FDP sicher nicht an die 18% herankommen wird, wenn denn wirklich Wahlsonntag ist.

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