Rauchverbot – Nichtraucherschutz – jetzt kommt es zum Volksentscheid

raucher00_DW_Bayern_679743gDie Diskussionen zum Rauchverbot und Nichtraucherschutz in Bayern kommen im nächsten Jahr endlich zum Ende, dann nämlich entscheidet der einzig wahre Souverän darüber – das bayerische Volk, also WIR. Damit kommt es in Bayern zur bundesweit ersten Volksabstimmung über das Rauchen in Gaststätten und Festzelten. Fast 14 Prozent der Wahlberechtigten haben die Forderung nach einem strikten Rauchverbot unterschrieben und so den Weg für einen Volksentscheid frei gemacht. 10 Prozent waren nötig damit es dazu kommen kann, laut Medien soll der Volksentscheid im Juli 2010 stattfinden, da wo auch die Fußball WM in Südafrika stattfindet. Die Wahlverlierer SPD und Grüne, sowie natürlich auch die Hauptinitiatoren die ödp sprachen gestern von einen „Watschn für Schwarz-Gelb“. Die Wirte in Bayern kündigten dagegen Wiederstand gegen eine erneute Änderung (wäre dann die dritte!) des Nichtraucherschutzgesetzes an. Ich persönlich halte den Volksentscheid für das beste was zu diesem Thema passieren kann. Egal wie knapp das Ergebnis im Sommer 2010 auch sein wird, das Ergebnis des Volksentscheids hat jede Seite zu akzeptieren und dann sollte auch endlich Schluss sein mit dieser leidigen Diskussion.

Das Volk entscheidet 2010 über JA oder NEIN ….

nicht ob man Nichtraucher ist oder eben nicht! Vorsicht also, es geht hier nicht um eine Volkszählung wer raucht oder nicht. Es gibt durchaus einige Nichtraucher, jedenfalls kenne ich einige davon, die bei dem Volksentscheid für Nein stimmen werden. Ich fordere deshalb von beiden Seiten eine gute Aufklärung um was es bei dem Entscheid eigentlich geht. Kurz und knapp erklärt kann jeder für eine der folgenden Optionan wählen:

JA, ich bin für eine Änderung des Nichtraucherschutzgesetzes dahingehend das künftig in Bayern ein striktes Rauchverbot herrscht. Im Klartext soll dann auch in Festzelten, Diskotheken und kleineren Kneipen das Rauchen rigoros verboten werden, ohne jede Ausnahme! Auch Raucherclubs sollen dann verboten werden! Rauchen ist dann also nur noch bei geschlossenen Gesellschaften, zu Hause oder draussen (an dafür vorgesehenen Plätzen) erlaubt.

Nein, ich möchte keine Änderung des aktuell gültigen Nichtraucherschutz Gesetzes. Ich möchte das dass eingeschränkte Rauchverbot weiterhin gilt. Dieses verbietet ebenfalls das Rauchen an öffentlichen Plätzen, in Restaurants und Gaststätten. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmefälle wie Festzelte, kleinere Eckkneipen, Bars und Raucherclubs.

Nichtraucherschutz gut so wie es ist?

Ich persönlich finde es nun wichtig das jeder seine Meinung zu dieser Entscheidung äußert ohne dabei gleich von der Gegenseite angegriffen wird. Denn wenn das geschieht kommt es vermutlich wirklich zu einer Spaltung der Gesellschaft, was wir doch alle nicht wirklich wollen, oder? Ich jedenfalls bin absolut gegen ein striktes Rauchverbot. Erst gestern war ich mit einigen Bekannten in einer Hauzenberger Pizzeria, in der natürlich Rauchverbot gilt. Wir waren 8 Personen von denen 5 Raucher dabei waren. Nach dem Essen gingen diese kurz nach draussen um eine Zigarette zu rauchen, das ganze absolut ohne Murren etc. da jeder von denen einsieht das in Speiselokalen eben nicht mehr geraucht wird. Wir unterhielten uns anschließend über den kommenden Volksentscheid und waren uns alle einig das die aktuelle Regelung in Ordnung ist, darunter auch die 3 Nichtraucher.

striktes Rauchverbot fördert (illegalen) Hüttenausschank

Sollte das Volk im Sommer 2010 für ein striktes Rauchverbot sein dann denke ich wird das dem „Hüttenausschank“ wieder einen Schub geben. Vor einigen Jahren hatten die Behörden den (teilweise illegalen) Privathütten in denen quasi privat bewirtet wird schon einmal den Kampf angesagt. Wenn man nun wirklich nicht mal mehr in seiner kleinen Stammkneipe rauchen darf, auch nicht im Nebenraum oder in einem Raucherclub, dann werden sich mit Sicherheit einige neue Hütten bilden. Auch die berühmten Kellerbars könnten so wieder einen Aufschwung erleben.

5 Antworten

  1. Albert-K sagt:

    ich selber bin Nichtraucher und lebe in Bayreuth. Ich bin von dieser lästigen Diskussion über das Rauchverbot langsam wirklich extremst verärgert und genervt. Meiner Ansicht nach soll man Raucher nicht grundsätzlich überall aussperren, ich finde deshalb das momentane Nichtraucherschutz-Gesetz als vollkommen in Ordnung. Ich gehe oft in Restaurants und auch Kneipen. In den Restaurants darf nicht geraucht werden was auch gut so ist und in kleinen Kneipen die klar als „Raucherkneipen“ gekennzeichnet sind wird halt gequalmt. Ich gehe sogar in letztere weil ich halt viele Freunde habe die rauchen und mich der Rauch auch nicht sonderlich stört, auch wenn ich weiß das es nicht Gesund ist. Aber eins ist Fakt: Ich muss nicht in diese Kneipe gehen wenn mir meine Gesundheit wichtiger wäre! Es ist mein freier Wille mich manchmal zu den Rauchern zu gesellen! Was ist bitteschön daran nun verwerflich das so manche penetranten Nichtraucher sich an so etwas stören? Ich kann diese Einstellung wirklich nicht verstehen und fordere alle die meiner meinung sind auf im Sommer 2010 für das NEIN zu stimmen. Leute es paßt so wie es ist und das sage ich als Nichtraucher!!

  2. Mike sagt:

    @Albert: vollste Zustimmung für deinen Kommentar.
    @Michael: sollten im Sommer die penetranten Nichtraucher gewinnen aktiviere ich wirklich wieder meinen alten Partykeller. Nur schade das die Wirte dann reihenweise Pleite gehen da die meisten Nichtraucher den Lebensunterhalt von denen kaum finanzieren können. In meiner Kneipe jedenfalls wird es zumeist gähnend leer sein wenn nicht geracht werden darf. Diesen Punkt ignorieren aber die Befürworter des strikten Rauchverbots vollends. Warum nur?

    Zusatz: Ja ich bin Raucher und stehe auch dazu. Ja ich weiß das es alles andere als Gesund ist und Ja, ich halte es durchaus aus auch mal nicht zu rauchen, etwa in Speiserestaurants etc. und leider auch ein JA, ich verachte alle penetranten Nichtraucher die auf Teufel komm raus ihre Meinung durchsetzen wollen. Es wird also leider zu einer gewissen Spaltung des Volkes kommen, so oder so. Find ich echt scheiße, aber wer hat´s erfunden?
    WIR nicht!

  3. Pezibär sagt:

    Beim Volksentscheid bekommen diese penetranten Nichtraucher endlich mal eine auf den Deckel. Davon bin ich überzeugt. Wenn nicht schaut es ganz, ganz böse aus für uns, denn was kommt nach dem Rauchverbot? Ich persönlich finde das Essenverbot für Übergewichtige ist schon lang überfällig. Mich nervt es nämlich wenn ein viel zu dicker Mensch mit mir im Restaurant ist und sich einen Schweinebraten reinschiebt. Außerdem kann ich es nicht haben wenn ich am Bahnsteig stehe und einer dieser genannten Personengruppe neben mir steht mit einem Leberkässemmel. Echt kann ich nicht haben. Auch diese Leute kosten den Krankenkassen Millionen. Dieser Personenkreis sollte auch nicht mehr in der Öffentlichkeit essen und scho gar nicht mehr im Restaurant.

  4. Rapunzel sagt:

    Ich schließe mich hier meinen vorgängern an.

    auch ich hoffe, daß beim volksentscheid ein für alle mal dieses leidige thema abgeschlossen ist und wir raucher als mündige bürger wieder frei rauchen können wo und wann wir wollen !!!

  5. Rina sagt:

    Also ich bin sehr erfreut hier zu lesen, dass es doch auch Menschen gibt, die auf jeden Fall geistig klar sind, ob als Rucher oder Nichtraucher, und deshalb eine einvernehmlichere Nichtraucherschutzlösung für angemessen halten, d.h. den Nichtraucherschutz, so wie er ohnehin ja besteht, als äußerste Schmerzschwelle,die wenigstens gewisse mindeste Nischen für Raucher zulässt.
    Mir wird leicht übel, wenn ich mir den Geisteszustand von den fanatischen Nichtraucherschützern vorzustellen versuche, die nur dann anscheinend ruhig schlafen können, wenn sie sich vorstellen, wie das, was sie selber für richtig halten (dürfen), Mitmenschen aufgezwungen werden kann, so dass diese etwas anderes nicht mehr für richtig halten dürfen. Das ist echt krank.
    Ginge es nämlich nach den Nichtraucherschutzfanatikern, dann endet die Entfaltungsfreiheit anderer ganz selbstverständlich dort, wo sie nicht mehr kongruent ist mit der Richtung des typischen Nichtraucherschutzfanatikers. Ein solches Verlangen nach übergreifender Kontrolle über das Verhalten aller in einem sozialen Gefüge finde ich höchst psychopathologisch, denn es enthält meines Erachtens faschistische und totalitäre Grundzüge.
    Wie will denn der fanatische Nichtraucher es z.B. als Beeinrächtigung seines Rechtes auf freie Entfaltung und auf rauchfreie Luft plausibel begründen, wenn Raucher sich in einem Club im Einvernehmen mit einem Wirt und seinem Personal an einem bestimmten abgegrenzten Ort treffen, um sich da auf ihre Weise rauchend zu entfalten? Keiner, der das nicht will, wird ja gezwungen, sich da aufzuhalten oder zu arbeiten.
    Zu dieser totalitär gefärbten Engstirnigkeit passt es dann auch prima, dass die Aufrufe zur Unterstützung eines verschärften Nichtraucherschutzes regelmäßig in einer Weise verfasst sind, dass weniger informierten Bürgern dabei der Eindruck vermittelt werden soll als gäbe es in Bayern noch gar keinen Nichtraucherschutz.
    Was fehlt ist ein Volksbegehren, mit dem wir uns vor einer übergreifenden Bevormundungsrealität dank engstirniger Nichtraucherschutzfanatiker schützen.
    Was ich außerdem vermisse, ist ein formierter Kampf um die Rechte all derer, die z.B. das Pech haben zufällig in der Nähe einer Kneipe zu wohnen, und schon seit dem bestehenden Rauchverbot nicht mehr ruhig schlafen können. Auch hier geht es um Schutz der Gesundheit, wenn regelmäßig an vier bis sechs Tagen die Woche arme geplagte Menschen, die womöglich um sechs früh auf der Matte stehen müssen, vor 2 Uhr nachts kein Auge zutun können.
    Ich habe es bei Freunden erlebt – übrigens selber Raucher – die gegenüber einer Kneipe wohnen: die Kneipe hat im Hinterhof einen Garten. Gemäß Vorschrift des Ordnungsamtes muss der Garten aus Gründen des Lärmschutzes ab 23 Uhr geräumt sein. Das Kneipenleben verlagert sich dann vor die Kneipe, Trauben von bis zu 15 Rauchern (und Nichtrauchern) palavern auf der Straße, die Lautstärke steigt mit dem Alkoholpegel, d.h. je später der Abend ums so lauter das Geschrei vor den Fenstern meiner Bekannten. Beschwerden laufen bestenfalls darauf hinaus, dass der Vermieter eine Mietminderung einräumen muss. Als ob der Vermieter was dafür könnte! Und was machen Leute, die im Eigenheim neben einer Kneipe wohnen?
    Fazit: das Rauchverbot war ein massiver Eingriff in das gesunde Bedürfnis nach Geselligkeit und sozialem Miteinander und daher drängt sich die Frage auf, welche Interessen z.B denn die Bürokraten in Brüssel verfolgen mit ihrer wahnwitzigen Forderung nach einem rauchfreien Europa. Es ist hier im Forum bereits angesprochen, dass der Nichtraucherschutzfanatismus auf eine Spaltung der Bevölkerung hinauslaufen könnte. Würde es tatsächlich nur um den Schutz der Nichtraucher gehen, dann würde ein moderates Nichtraucherschutzgesetz durchaus ausreichen, das Rauchen in abgetrennten Nebenräumen von Gastronomiebetrieben gestattet und damit Raucher wie Nichtraucher friedlich wenn schon nicht miteinander so wenigstens gleichberechtigt nebeneinander leben lässt.
    Und wie ist das mit dem Gleichbehandlungsgesetz: inwieweit werden Raucher durch das bereits bestehende Rauchverbot diskriminert?

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